Hirn!

Am 17.3.2018 zur gewohnten Zeit um sechs Uhr starteten 80 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums der Stadt Lage mit neun Lehrerinnen und Lehrern und Dieter Denecke, dem guten Geist der Gruppe, zur Klassenfahrt ins malerische St. Johann (Pongau). Herr Denecke begleitet die Fahrt schon über dreißig Jahre auf eigene Kosten und ist aufgrund seiner Erfahrung und seines Könnens ein fester Stützpfeiler der Fahrt.

Dieses Jahr waren die Wetterprognosen besonders vielversprechend und so erwarteten wir perfekte Schneebedingungen. Nach etwa elfeinhalb Stunden Busfahrt erreichte die Gruppe das Ziel, wobei die Skifreizeit jetzt erst richtig beginnen konnte. Die Hälfte der Gruppe kümmerte sich um die Materialausleihe beim zuverlässigen „Skiverleih Kerschbaumer“. Die anderen Jugendlichen und Lehrer organisierten sich in der Unterkunft „Schlosshof“. Nach einem fliegenden Wechsel beim Materialverleih war die gesamte Gruppe dann den Umständen entsprechend ermüdet gegen halb acht beim gemeinsamen Abendessen im Schlosshof. Unsere Herbergseltern hatten dieses Jahr ihr Bewirtungskonzept umgestellt und so erhielten wir das reichhaltige und vielfältige Essen in Buffetform. Diese Neuerung führte augenscheinlich zu zufriedenen Gesichtern, da morgens und abends für jeden Geschmack gesorgt war. Nach Aussagen des Gastwirts Matthias würde so auch weniger Essen übrig bleiben und weggeworfen, was ganz im Sinne einer nachhaltig gestalteten Klassenfahrt ist.

Ganz viel Weiß und ab auf die Piste

Da leider, wie bei Klassenfahrten üblich, einige organisatorische Fallstricke erst beim Erreichen des Zielorts ersichtlich werden, kristallisierte sich am ersten Abend heraus, dass uns seitens der Herberge andere Zimmer zugewiesen wurden, als wir eingeplant und vorab mit den Kindern belegt hatten. Der Leiter der Fahrt Herr Rohde hatte somit alle Hände voll zu tun, alle Wünsche der Jugendlichen unter Berücksichtigung sicherheitsrelevanter Aspekte zu lösen.

Für diese anfänglichen Probleme entschädigten die Pistenbedingungen bei Weitem! Der Wetterbericht hielt, was er versprach, und so fanden wir eine bis zum Nachmittag griffig präparierte Piste bis ins Tal vor. Die Jugendlichen wählten sich am Sonntag, dem 18. März, ihren Skilehrer bzw. ihre Skilehrerin aus den zehn Lehrern aus, wobei unser Urgestein Dieter Denecke im „zarten Alter“ von 84 Jahren wie üblich die erfahrensten Fahrerinnen und Fahrer unter seine wachsamen Augen nahm. Dieses Jahr ergab sich eine Gruppenzusammensetzung mit vielen unerfahrenen Schülerinnen und Schülern, was aufgrund des Betreuungsschlüssels und der Kompetenz des Lehrpersonals aber problemlos bewältigt werden konnte. In allen Skigruppen war die Stimmung bei den Skischülern und beim Lehrpersonal ausgezeichnet.

Gefragt war immer wieder eins - Spontanität

Wie jedes Jahr waren auch dieses Jahr einige kranke und leicht verletzte Jugendliche dabei. Die „Sprechstunde“ bei Herrn Rohde war teilweise sehr voll, aber auch um diese kleinen und großen Sorgen kümmerte sich der erfahrene Fahrtleiter mit großer Geduld, Kompetenz und Fürsorge. Bei der Fürsorge für die kranken Kinder taten sich auch besonders Frau Hagemeyer und Frau Schniedermann hervor, die es 26 Sportlerinnen und Sportlern ermöglichten, einen Ruhetag in der Herberge zu haben, um wieder zu Kräften zu kommen. Die aktiven Sportlerinnen und Sportler machten derweil auf dem Berg an der Kreistenalm und den Hängen der Buchauhütte enorme Lernfortschritte. Sofern es die gesundheitlichen Gründen ermöglichten, gondelten auch die angeschlagenen Kinder auf den Berg, um das schöne Panorama und die Atmosphäre genießen zu können. Die Organisation durch die Lehrerinnen und Lehrer ermöglichte es, dass selbst die über 20 inaktiven Jugendlichen am gemeinsamen Mittagessen bei Hermann auf der Buchauhütte teilnehmen konnten. Diese ist nämlich nur per Ski zu erreichen, aber die Skilehrer eskortierten die Kinder kurzerhand zu Fuß sicher über die Pisten und den Lift bis hin zu unserem Stammlokal. In Einzelfällen erwies sich auch Chef Hermann als „Retter in der Not“, indem er in Koordination mit einzelnen Skilehrern die Kinder mit seinem Skidoo von der Gondelstation abholte oder angeschlagene Fahrerinnen und Fahrer direkt von der Piste zur Hütte holte. Dieses Jahr erwischte es sogar Kolleginnen und Kollegen, aber die Skikurse konnten durch gute Organisation trotzdem stattfinden.

Da dieses Jahr recht viele Kinder aus unterschiedlichen Gründen an einer durchlaufenden aktiven Teilnahme gehindert waren, war auch hier der organisatorische Aufwand zum Gelingen einer umfassenden Zufriedenheit groß. Die Lehrerinnen und Lehrer ermöglichten es den angeschlagenen oder aufgrund eines verpassten Skitages verunsicherten Jugendlichen durch fortlaufendes Neuordnen der Gruppen täglich, wieder auf die Piste zu kommen. Besonders stolz dürfen hier die Mädchen und Jungen sein, die es wieder auf die Bretter geschafft haben. Bemerkenswert unter den aktiven Jugendlichen ist, dass es eine Anfängergruppe schaffte, sogar mehrmals in technisch anspruchsvollem Gelände (schwarze Piste) sicher, zügig und technisch recht sauber abzuschwingen.

Action auch fernab der Piste

Auch neben der Piste passierte viel, was auch hier für reichlich gute Stimmung sorgte. Nachmittags und abends war der Tischtennisraum ein Aktivzentrum und wurde in großer Regelmäßigkeit auch von den Kollegen Kreyenhagen, Schmidt und Bilstein frequentiert, die sich mit den Schülerinnen und Schülern beim Rundlauf oder im Doppel maßen. Zudem bat auch das „Mörderspiel“ eine Abwechslung und Auflockerung für die Gruppe. Dabei tat sich der „Mörder“ Herr Brinkmann hervor und hatte nicht immer leichtes Spiel bei seinem grausamen Werk. Abends wurden zudem Gesellschaftsspiele im Aufenthaltsraum genossen, wenn der ständige Begleiter der Jugendlichen, das Smartphone, dies zuließ. Auch hier hatten Kolleginnen und Kollegen Spaß daran, sich zu beteiligen. Ein Renner unter den Kolleginnen und Kollegen war das Spiel „Codenames“ (danke Frau Friedrich), welches neben Skat am häufigsten im improvisierten „Lehrerzimmer“ gezockt wurde. Busfahrer Carsten besuchte uns allabendlich, um der harmonischen Gruppendynamik beizuwohnen. Erstmals organisierte das Lehrerteam eine Tombola am letzten Abend und zeichnete Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer in unterschiedlichen Kategorien (teils witzig gemeint) aus. Aus Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte bleiben Kategorien und Prämierte hier anonym.

Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne

Am 23. März endete die schöne Fahrt leider schon wieder. Auf die Sekunde pünktlich rollten beide Busse um acht Uhr am Schlosshof ab. Ein besonderer Dank gilt hier den Jugendlichen, die es schafften, ihre Zimmer in tadellosem Zustand zu hinterlassen! Um 19 Uhr erreichten wir sicher das Ziel in Lage und die Eltern nahmen ihre Kinder in Empfang.

Es bleibt zu resümieren, dass die Skifahrt wie jedes Jahr ein tolles Erlebnis für die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums darstellte und viele noch oft voller Stolz den Satz sagen werden: „Da bin ich hinunter gefahren!“ Auch als Lehrer bleibt das Gefühl, mit den Jugendlichen auf der Piste enger zusammengewachsen zu sein. Der Stolz der Jugendlichen und die besondere Beziehung zwischen Lehrern und Schülern macht die Fahrt nach St. Johann daher zu einem ganz besonderen Ereignis am Gymnasium der Stadt Lage.

Danke allen Schülerinnen und Schülern für diese tolle Woche, danke, lieber Herr Rohde, für die gute Organisation und danke, lieber Dieter, für Deinen unermüdlichen Einsatz!

Eure Skilehrerinnen und Skilehrer

BS, 27.03.2018