Während ihre Mitschüler Anfang Mai in den Fachräumen der Schule lernen, büffeln die Schülerinnen und Schüler des Differenzierungskurses Biologie-Erdkunde ganz unmittelbar in der Natur. Im Rahmen einer Exkursion besuchte der Kurs das Naturschutzgroßprojekt „Wistinghauser Senne“ und „Teutoburger Wald“. Zum Sehen, Hören, Riechen, Spüren und Schmecken gab es an dem Vormittag reichlich, von Gräsern bis zum Hochlandrind.

Die Schülerinnen und Schüler konnten sich an dem Vormittag einen Einblick in ein einzigartiges Ökosystem verschaffen, das direkt vor unserer Haustür schlummert. Dabei stand die Exkursion ganz unter dem Motto „Alltagsstress abbauen – Natur genießen“. Projektleiter Daniel Lühr und Umweltpädagoge Andreas Roefs vom Landesbetrieb Wald und Holz legten großen Wert darauf, den Schülerinnen und Schülern auch die spezielle Ästhetik der größtenteils vom Menschen unberührten Wald- und Heidelandschaft nahezubringen. Einfach nur „chillen“ stand aber mitnichten auf dem Programm.

Waldwanderung einmal ganz anders

Auf der ersten Teilstrecke der Exkursion hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich über die sehr unterschiedliche Beschaffenheit des Waldes zu informieren. In nur geringen Abständen gab es immer wieder neue Biotope zu bestaunen, über deren Bildung, Zusammensetzung und Entwicklung es viele wissenswerte Dinge zu hören, aber auch direkt zu erleben gab. Gerade die Geruchsentwicklung einiger Gräser und Kräuter dürfte den Teilnehmern der Exkursion wohl noch lange im Gedächtnis bleiben. Fast nebenbei lernte die Gruppe dabei, wie sich die Menschen vor langer Zeit die Gegebenheiten des Waldes zunutze machten, wie das Terrain noch zu Urzeiten ausgesehen hat oder welche ökologische und ökonomische Bedeutung der Wald heute noch hat. Nach einem guten Marsch hatten sich die Schüler dann eine Pause mit Panoramablick auf die Senne redlich verdient, um insbesondere die Schönheit dieser unberührten Landschaft auf sich wirken zu lassen.

Archäologen und Ziegenflüsterer

Bei strahlendem Sonnenschein standen auf der weiteren Strecke dann zwei weitere Highlights auf dem Programm: Zunächst konnten die Schülerinnen und Schüler in einem kleinen Kalksteinbruch ihre archäologischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Sie zeigten trotz der Hitze vollen Körpereinsatz und es gab viele interessante Funde, von Muschelabdrücken bis zu komplett versteinerten See-Igeln. Für viele Teilnehmer mag aber gerade der letzten Programmpunkt wohl am längsten im Gedächtnis hängenbleiben – ein Besuch der extra angesiedelten Tierwelt der Senne. Die einen entwickelten sich hier geradezu zum „Ziegenflüsterer“, die anderen waren beeindruckt von der Präsenz der Hochlandrinder und Wildpferde, die man fast hautnah erleben konnte, während man gleichzeitig etwas über ihre Bedeutung für das Projekt und ihre ganz eigenen körperlichen Besonderheiten erfahren konnte.

Im Ganzen war es wieder einmal eine gelungene, lehrreiche und entspannte Exkursion, für die sich der Kurs abermals von ganzem Herzen bei den Veranstaltern des Projektes bedankt.

Sfs, 16.05.2018