Einen ersten Einblick in das Studentenleben bekommen und eine Woche Vorlesungen und Seminare besuchen – das ist die Idee des dualen Orientierungspraktikums, das von der Universität Bielefeld für interessierte Schüler angeboten wird.

Ich habe es ausprobiert und war vom 22. bis zum 26. Januar Teil des Universitätsalltags und hatte die Chance, mich für eine Woche unter die aktuell fast 25.000 Studenten zu mischen und mir mein eigenes kleines Bild davon zu machen, wie es wäre, nach der Schule den Weg ins Studium, speziell nach Bielefeld, einzuschlagen. Als Kontrastprogramm habe ich mich anschließend noch eine Woche lang in einem Betrieb umgesehen.

Aller Anfang ist schwer

Begonnen hat das Praktikum mit Vorbereitung und Planung der Woche in der Uni, da ich mir meinen persönlichen „Stundenplan“ erstellen musste, in den ich eingetragen habe, an welchem Tag ich wann welche Veranstaltung besuchen möchte. Das war anfangs etwas schwer, weil ich die Veranstaltungen von der Internetseite der Universität entnehmen musste und die Seite koplex aufgebaut ist. Wenn man sich aber etwas Zeit nimmt, ist das kein wirkliches Problem. Ein Tipp an zukünftige dual Studierende: Bei der Organisation sollte man darauf achten, sich Veranstaltungen aus dem Erst- oder Zweitsemester auszusuchen, dort ist der fachliche Anspruch am geringsten.

Wirklich los ging es dann am Montagmorgen für alle Teilnehmer des Programms mit einem kurzen Vortrag zum Studieren allgemein und einer Campus-Führung von einer Studentin, die uns geholfen hat, uns in dem riesigen Komplex zurechtzufinden.

Einmal quer durch alle Fakultäten

Ich habe täglich mehrere Vorlesungen besucht, die jeweils zwei anderthalb Stunden dauern, unter anderem in den Studiengängen Biologie, Chemie, Mathematik, Soziologie, Sonderpädagogik und Health Communication. Schwer zu verstehen waren naturwissenschaftliche Fächer, gesellschaftswissenschaftliche Fächer fordern häufig nicht so viele Grundlagen, da die Vorlesungen meinem Eindruck nach nicht unbedingt inhaltlich aufeinander aufbauen. In der Zeit davor, dazwischen oder danach habe ich mich jeden Tag in der Uni umgeschaut und habe viel gesehen, wie zum Beispiel die Mensa, verschiedene Fakultäten oder eine der großen Bibliotheken. Eins habe ich auch schnell gelernt: Man sollte sich nicht scheuen, nach Hilfe zu fragen, wenn man sich beispielsweise nicht zurechtfindet. Alle Studenten, zu denen ich Kontakt hatte, waren wirklich nett, hilfsbereit und verständnisvoll und haben mir den Weg erklärt oder sogar gezeigt. So kommt man auch mit manchen ins Gespräch und kann sie fragen, wie es ist, an der Universität Bielefeld zu studieren. Ich habe auf diese Frage nur positive Rückmeldungen bekommen. Neben den Studenten gibt es auch noch den Infopunkt, den jeder aufsuchen kann. Auch die Mitarbeiter dort sind sehr freundlich und helfen gern weiter. Also: Geht auf andere zu und fragt!

Was bleibt?

Ich habe während meines Praktikums zwar weniger inhaltliches Wissen aus den einzelnen Fächern mitnehmen können, da für die meisten Themen einfach die Grundlagen fehlen, dafür konnte ich mir einen guten Eindruck davon verschaffen, wie es wohl ist, zu studieren. Abschließend kann ich das duale Orientierungspraktikum definitiv für jeden weiterempfehlen, der die allgemeine Hochschulreife anstrebt. Man sollte diese einmalige Chance nutzen und sich in der Uni umsehen, um ein deutlicheres Bild von sich selbst und seiner Zukunft gewinnen zu können.

Carolina, EF im Schuljahr 2017/2018, 07.06.2018