Im März 2018 besuchten wir, die Klassen 9a und 9c des Gymnasiums der Stadt Lage, im Rahmen des Geschichtsunterrichts das Stadtarchiv Lage, um Informationen über die Nachkriegszeit der Stadt zu sammeln.

Zuallererst lernten wir die Archivarin Frau Pohl kennen, die uns kurz etwas zu ihrer Tätigkeit erzählte. Danach führte sie uns durch die Räumlichkeiten des Archivs, welche durchaus spannend waren. Insbesondere der Materialraum erweckte unser Interesse, denn dort standen alle Akten, die sich über viele Jahre hinweg angesammelt haben.

Akten zum Sprechen bringen

Nach dem Rundgang durften wir nun mit der Quellarbeit beginnen. In kleinen Gruppen bearbeiteten wir die unterschiedlichsten Themen, wie beispielsweise Schülerspeisungen an Schulen, Baustoffe und Kleidersammlungen. Bei unserem ersten Besuch verschafften wir uns einen groben Überblick über eine Akte, beim zweiten erforschten wir diese genauer. Auffallend war, dass viele der Quellen in einem gut erhaltenen Zustand waren, mit anderen wiederum mussten wir sehr vorsichtig sein, damit das Papier nicht brach. Es war interessant zu sehen, wie die Menschen früher lebten, sodass wir uns teilweise in die damalige Zeit hineinversetzen konnten. Bei Fragen oder unleserlicher Schrift hatten wir die Möglichkeit, uns an unsere Geschichtslehrer Herrn Hitzing und Herrn Ejaz sowie an Frau Pohl zu wenden. Das Ziel unseres Besuchs war es, die Akten „zum Sprechen zu bringen“, sodass wir unsere Ergebnisse in der nächsten Stunde den anderen Schülern präsentieren konnten.

Schulsituation nach dem Krieg

Aus den Akten ging hervor, dass damals schwierige Lebensbedingungen herrschten, da es an vielem mangelte und bestimmte Güter nicht frei gehandelt werden konnten. Außerdem zeigte sich, dass man die Infrastruktur nach dem Krieg erst wieder aufbauen musste und man in vielen Bereichen den Weisungen der Militärregierung unterlag.

Besonders spannend war die Diskussion um die Wiedereröffnung der Schulen in Lage. Problematisch war hierbei, dass zunächst keine geeigneten Schulbücher vorhanden waren und Lehrpersonal fehlte. Zudem wurden Schulspeisungen eingerichtet, bei denen unter anderem unterernährte Kinder sowie Kinder aus kinderreichen Familien die Möglichkeit hatten, eine warme Suppe zu bekommen.

Alles in allem waren es für uns erfahrungsreiche Tage, in denen wir viel über die Vergangenheit lernten. Außerdem bedanken wir uns bei dem Stadtarchiv, insbesondere bei Frau Pohl, für diese aufregende Zeit.

Ein Schülerbericht von Leonie Menze und Mona Edel, 04.05.2018