Kunst

Im Kunstunterricht geht es keinesfalls in erster Linie darum, dass alle Schülerinnen und Schüler am Ende der Schulpflicht naturalistisch Malen und Zeichnen können. Vielmehr geht es in erster Linie darum, dass alle Schülerinnen und Schüler zu kreativen Denkprozessen angeregt werden, um so ihr individuelles, kreatives Potenzial zu entfalten.


Kreativität ist nach Guilford die Fähigkeit für ein Problem eine (für das Individuum) neue, noch nicht dagewesene effektive Lösung zu finden. Dazu benötigt man Problemsensitivität (erkennen, worin das Problem besteht), Ideenflüssigkeit (mehrere Möglichkeiten der Problemlösung finden), Imagination (sich die Umsetzung der gefundenen Problemlösung vorwegdenken – auch Fantasie genannt), Originalität (das Problem mit vorher nicht gedachten Mitteln lösen) und Flexibilität (das Problem zeitnah lösen).

Die Fähigkeit zu kreativen Denkprozessen benötigen wird demnach im alltäglichen Leben in den verschiedensten Situationen. So ist auch der weit verbreitete Glaube, dass der Kunstunterricht lediglich auf künstlerisch orientierte Berufe vorbereitet, hinfällig. Denn will man ein Computerprogramm entwickeln, einen unbekannten Defekt am Auto beheben, einen Arbeitsablauf in der Druckerei beschleunigen, eine vorher noch nicht erprobte Herzoperation durchführen, einen Ehestreit schlichten oder einen mathematischen Beweis führen, so muss man kreativ Denken können, um eine Lösung für das Problem finden zu können. Der Kunstunterricht hat es sich zum Ziel gemacht, diese Fähigkeit gezielt zu fördern.


Die zweite große Aufgabe des Kunstunterrichts liegt darin begründet, dass Kinder und Jugendliche heute von einer Flut an schnell vorbeirasenden Bildern (im weitesten Sinne) umgeben sind. Die Verarbeitung dieser Bilder fällt aufgrund der Anzahl und Geschwindigkeit schwer. Bilder sind neben Sprache das bedeutendste Kommunikationsmedium in unserer Gesellschaft und ein angemessener Umgang mit ihnen will gelernt sein. Darüber hinaus liegt das Bedürfnis sich nicht nur sprachlich sondern auch durch Bilder auszudrücken in der Natur des Menschen, was sich bereits anhand frühester Höhlenmalereien nachvollziehen lässt. Daher soll der Kunstunterricht die Fähigkeit zum Verständnis von Bildern anderer aber auch zum Kommunizieren durch eigene Bilder fördern.

An der Schnittstelle zwischen Unterrichtsorganisation und –inhalt bewegt sich der Kunstunterricht zur Erreichung dieser Ziele innerhalb der drei Handlungsfelder Produktion (Bilder herstellen), Rezeption (Bilder wahrnehmen) und Reflexion (Reflexion der Produktions- und Rezeptionsprozesse).

Mögliche Unterrichtsinhalte