Wirtschaft-Politik / Sozialwissenschaften

Wirtschaft-Politik

Das Fach Wirtschaft-Politik der Sekundarstufe I gliedert sich in drei Teilbereiche: Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Diese Dreiteilung leitet sich aus der Tatsache ab, dass Schülerinnen und Schüler in ihrer direkten gesellschaftlichen Umgebung Veränderungen und Problemen aus diesen drei Bereichen begegnen. Daher sollen die Schülerinnen und Schüler im Fach Wirtschaft-Politik gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Sachverhalte wahrnehmen, ordnen, in Zusammenhänge bringen, bewerten und reflektieren. Dabei steht vor allem der Bildungs- und Erziehungsauftrag des Schulgesetzes im Vordergrund.

Das Fach Wirtschaft-Politik wird zweistündig in den Jahrgangsstufen 5, 7, 8, und 10 unterrichtet (für G9).

Das Situationsfeld Wirtschaft beginnt z.B. in Jahrgangsstufe 5 mit dem Thema " Brauche ich alles, was ich will?", wird in der Jahrgangsstufe 7 mit dem Unterrichtsvorhaben "Nur ein Rad im Getriebe? – Nachhaltiger Konsum in der Sozialen Marktwirtschaft" weitergeführt und in Jahrgangsstufe 10 fortgesetzt mit dem Thema der " Die Soziale Marktwirtschaft im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen“. Die genauen Unterrichtsvorhaben der einzelnen Jahrgangsstufen sind dem schulinternen Lehrplan hier auf dieser Seite zu entnehmen.

Das Fach Wirtschaft-Politik ist des Weiteren in den Jahrgangsstufen 8 und 9 stark mit der Studien- und Berufsorientierung verknüpft, da unterrichtlich in den Themenbereichen „der Arbeitswelt im Wandel“ und „die richtige Berufswahl“ viele Aspekte der Studien- und Berufsorientierung eingebettet sind.

Ebenfalls in den Jahrgangsstufen 8 und 9 beteiligt sich das Fach Politik auch am Differenzierungsbereich. Hier wurde in Kooperation mit dem Fachbereich Englisch der Kurs Ökonomie/Business English entwickelt. Weitere Informationen hierzu finden sich auf der entsprechenden Seite des Differenzierungskurses.

Die Funktionsweise unseres Staates wird außerdem vor Ort erkundet: Die neunten Klassen besuchen im Rahmen des Politikunterrichts das Landesparlament in Düsseldorf und diskutieren dort mit heimischen Abgeordneten.

Sozialwissenschaften

Das Fach Sozialwissenschaften (SoWi) setzt das aus der Sekundarstufe I bekannte Fach Wirtschaft-Politik in der Oberstufe fort, jetzt - wie alle Fächer in der Sekundarstufe II - mit ausgeprägter Ausrichtung auf die dem Fach zu Grunde liegenden Wissenschaften.

Das Fach Sozialwissenschaften ruht auf drei wissenschaftlichen Säulen: Ökonomie/Wirtschaft beschäftigt sich mit der Frage, wie menschliche Bedürfnisse entstehen und optimal befriedigt werden können. Soziologie geht der Frage nach, welche Gesetzmäßigkeiten das menschliche Zusammenleben und Handeln beeinflussen. Politologie/Politikwissenschaft untersucht, wie und von wem Macht ausgeübt wird und ob diese Macht gerechtfertigt ist.

Themenbereiche in der Qualifikationsphase

In der Qualifikationsphase werden diese drei Teilbereiche des Faches im Rahmen von vier großen Unterrichtsvorhaben vertieft und angewandt. Im Bereich der Wirtschaftspolitik beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit grundlegenden Konzepten wirtschaftspolitischer Entscheidungen und der Frage nach der Messbarkeit wirtschaftlicher Aktivität. Dabei geht es auch darum, ob wirtschaftliche Aktivität mit der Generierung von Wohlstand gleichzusetzen ist und ob der Wachstumsbegriff der klassischen Ökonomie ein zukunftsfähiges Denkmodell ist. Grundlegende Kenntnisse der Geldpolitik in der Eurozone runden die Unterrichtsreihe ab und leiten zum nächsten Themenbereich über.

Der zweite Themenkomplex beschäftigt sich mit der Europäischen Union. Neben wichtigen Stationen des europäischen Einigungsprozesses lernen die Schülerinnen und Schüler zunächst die Institutionen der EU kennen, um anschließend deren Zusammenwirken beispielsweise im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens zu analysieren und abschließend zum Institutionengebilde Stellung zu nehmen. Nach einer vertieften Auseinandersetzung mit konkreten Handlungsfeldern der EU-Politik, beispielsweise in den Bereichen Asylpolitik oder der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik, steht zum Ende der Unterrichtsreihe vor allem die Zukunftsfähigkeit der Europäischen Union auf dem Prüfstand.

Modelle sozialer Klassen, Schichten und Milieus bilden den Einstieg in das nächste Unterrichtsvorhaben und liefern das Werkzeug, um die Sozialstruktur von Gesellschaften zu beschreiben. Damit gerüstet lassen sich theoretische Fragen, wie die grundlegende Ausrichtung von Wohlfahrtsstaaten, aber auch aktuelle und konkrete Problemlagen, wie Armut oder die Zukunftsfähigkeit des deutschen Sozialversicherungssystems erörtern.

Das letzte große Unterrichtsvorhaben beschäftigt sich mit globalen Strukturen und Prozessen, wobei jede Teildisziplin der Sozialwissenschaften nochmal Anwendung findet. Neben der Betrachtung von Dimensionen der Globalisierung und dem damit einhergehenden Einfluss auf die Gesellschaft, finden auch hier wieder politische Perspektiven, beispielsweise bei der Analyse internationaler Organisationen wie der UN, den G20 oder des IWF, Berücksichtigung. Auch wirtschaftliche Fragestellungen, wie etwa zum internationalen Handel oder dem Wirtschaftsstandort Deutschland in einer globalisierten Welt, finden hier Berücksichtigung.

Die eigene Meinung vertreten

Im Schulunterricht werden die unterschiedlichen Fragestellungen an aktuellen Fällen untersucht; dabei geht es neben der Erarbeitung der verschiedenen Aspekte des Falls immer auch darum, eine eigene begründete Meinung zu entwickeln und zu vertreten. Wer sich für das aktuelle Geschehen um sich herum interessiert, dessen Hintergründe erforschen und die eigene Meinung dazu entwickeln und vertreten möchte, wer diskussionsfreudig ist, der wird in SoWi erfolgreich sein. Dabei werden im Fach Sozialwissenschaften auch grundlegende

Kompetenzen vermittelt und vertieft, um adressatengerecht, wertschätzend und logisch stringent die eigene Meinung kommunizieren zu können. So sind beispielsweise die Vorentscheide zum Schulwettbewerb „Jugend debattiert“ in der Oberstufe an das Fach Sozialwissenschaften gekoppelt.

Zusatzkurse in der Qualifikationsphase

Auf eine Besonderheit sei noch hingewiesen: Sozialwissenschaften ist wie Geschichte ein herausgehobenes gesellschaftliches Fach: wie in allen anderen Fächern kann man Leistungs- und Grundkurse belegen; viele Schülerinnen und Schüler wählen es als 4. (mündliches) Abiturfach. Doch muss das Fach Sozialwissenschaften (wie auch Geschichte) in den Jahrgangsstufen Q1 und Q2 mindestens zwei Halbjahre lang belegt werden (entweder Grundkurse ab Q1 oder Zusatzkurse in Q2). Die Gründe sind klar: Sozialwissenschaften beschäftigt sich mit den Grundlagen der menschlichen Gesellschaft; wer Sozialwissenschaften versteht, weiß, wie die Gesellschaft, die Umwelt funktioniert, und besitzt das Rüstzeug, sich dort zu bewähren.