Geschichte

"Keine Gemeinschaft, keine Gesellschaft, auch kein Staat kann ohne Gedächtnis und ohne Erinnerung leben. Ohne Erinnerung zu leben bedeutet ja, ohne Identität und damit ohne Orientierung zu leben."
Roman Herzog

Erkenne dich selbst! Diese Inschrift am Orakel von Delphi ist vielen selbst ein Orakel. Kennen wir Menschen uns nicht? Und wenn nicht – wie lernen wir uns kennen?
Ein Teil der Antwort liegt natürlich darin, uns als Individuen eingebettet in die Geschichte der Menschheit zu verstehen, um so an der kulturellen Identität teilzuhaben, von der Bundepräsident Roman Herzog spricht (vgl. Zitat oben auf der Seite). Den Schülern dabei zu helfen, diese Geschichte kennenzulernen, ist ein wichtiges Ziel des Geschichtsunterrichts. Zur Persönlichkeitsbildung gehört natürlich auch, einen souveränen und kritischen Umgang mit Autoritäten einzuüben; hier spielt der Geschichtsunterricht eine herausragende Rolle, weil er einübt, die Perspektive eines Textes zu durchschauen, die Interessen und Intentionen von Handlungen zu erkennen und kritisch zu bewerten.

Der Geschichtsunterricht fordert auch zu Diskussionen und kritischer Auseinandersetzung heraus und fördert so die Werte- und Demokratiebildung. Die Unterrichtsinhalte des Fachs Geschichte werden in NRW in Inhaltsfelder eingeteilt. Orientiert sich die Einteilung dieser Felder in der Sekundarstufe I eher an der Chronologie, so dominieren in der Sekundarstufe II eher Themenbereiche wie zum Beispiel „Friedensschlüsse in der Moderne“ oder „Erfahrungen mit Fremdsein.“

Sekundarstufe I

Zehn Inhaltsfelder umfassen den Zeitraum von den Frühen Kulturen und ersten Hochkulturen bis zur Beschäftigung mit dem wiedervereinten Deutschland im heutigen Europa.
Am Gymnasium Lage arbeiten wir in technisch gut und modern ausgestatteten Unterrichtsräumen; bei uns gilt das Fachraum-Prinzip, so dass die Schüler und Lehrer alle benötigten Lehr- und Lernmittel unmittelbar zur Verfügung haben. Auch außerschulische Lernorte haben ihre feste Bedeutung in unserem Curriculum: in der 6. Klasse besuchen die Schülerinnen und Schüler das Archäologische Freilichtmuseum Oerlinghausen, um die Lebensweise früher Kulturen (Eiszeit bis Mittelalter) näher zu erfahren, und in der 10. Klasse das Stadtarchiv Lage für eine ausführliche Quellenarbeit. Besonders widmen wir uns dabei auch regionalgeschichtlichen Bezügen.

Bei Interesse können Schülerinnen und Schüler auch an Wettbewerben teilnehmen; zuletzt gewannen Schülerinnen des Gymnasiums im Schuljahr 2019/20 den Preis der August-Kluckhohn-Stiftung.





Sekundarstufe II

In der Sekundarstufe II bietet das Fach Geschichte einen zweiten, vertieften Durchgang durch ausgewählte Themen der Geschichte. Dabei spielt stets auch der Erwerb von Kompetenzen, die zur Studierfähigkeit führen (Wissenschaftspropädeutik), eine wichtige Rolle.
Dazu beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler mit exemplarischen Quellen und Darstellungen. Diese können u.a. Bildquellen, Karikaturen, Tagebucheinträge, Vertragstexte, Urkunden sowie Historikertexte sein.
In der Einführungsphase (EF) werden zunächst Themen wie „Fremdsein in weltgeschichtlicher Perspektive“, „Islamische Welt – christliche Welt: Begegnung zweier Kulturen“ sowie die Frage nach den „Menschenrechte(n) in historischer Perspektive“ behandelt.

In der Qualifikationsphase, in der Geschichte als Grund- oder Leistungskurs belegt werden kann, wird ein Schwerpunkt auf die deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts gelegt. So stellt sich etwa die „Deutsche Frage“ unter napoleonischer Besatzung, im Revolutionsjahr 1848 und schließlich bei der Reichsgründung im Jahr 1870/71. Weiterhin wird der Frage nach den großen gesellschaftlichen Umbrüchen der Jahre 1880-1930 nachgegangen, die schließlich im Nationalsozialismus mündeten. Abschließend wird die Rolle Deutschlands im Kontext internationaler Verflechtungen nach dem Zweiten Weltkrieg untersucht. Den vorläufigen Schlusspunkt bilden die Revolution 1989 und die deutsche Wiedervereinigung.

Gerne wird das Wissen auf Exkursionen „vor Ort“ vertieft, beispielsweise in der Wewelsburg oder dem StaLag 326 in Stukenbrock. Besondere Themenfelder können auch im Rahmen einer Facharbeit, die eine Klausur ersetzt, vertieft behandelt werden. Die beste historische Leistung wird jährlich auf der Abiturfeier prämiert.
Der Zusatzkurs Geschichte bietet die Möglichkeit, projektartig und handlungsorientiert zu arbeiten. So erarbeitet dieser jährlich einen Beitrag im Rahmen der Gedenkfeiern zum 27.01., dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Im Projektkurs Geschichte planen LehrerInnen und SchülerInnen gemeinsam die Bearbeitung eines Themas, das über das Curriculum hinausgeht.