Right, before I die

Besuch der Ausstellung „Right, before I die“- eine persönliche Stellungnahme
Aufgrund der aktuellen Ausstellung „Right, before I die“ des amerikanischen Künstlers Andrew George, mit der er auf mehreren Kontinenten der Welt unterwegs ist, machten sich die Q2 – Religionskurse auf den Weg, um sich intensiv mit dem brisanten Thema der Ausstellung auseinanderzusetzen. Diese porträtierte 20 Personen, die unmittelbar vor dem Ende ihres Lebens standen, meistens aufgrund einer schlimmen Erkrankung oder einer Drogensucht, und ihr Leben daher reflektieren und zurückblickten auf alles, was dieses ausgemacht hat. Die bewegenden Lebens- und Leidensgeschichten werden dadurch unterstrichen, dass lediglich eine der 20 Personen noch am Leben ist. Weitere Informationen finden sich auf der offiziellen Website rightbeforeidie.com/rbid.html.

Es folgt ein persönlicher Erfahrungsbericht über die Erwartungen vor dem Besuch dieser Ausstellung mit einem Rückblick auf die Erlebnisse in dieser besonderen Ausstellung. Vielen Dank an dieser Stelle an Emily Fricke:

Zu unserem Unterrichtsgang mit den Religionskursen von Herrn Schmidt und Herrn Janyska zur Ausstellung "Right before I die" in die Marktkirche Lage habe ich folgende Gedanken und Erwatungen:
Ich stelle mir die Atmosphäre in der Kirche bei der Ausstellung sehr ruhig und bedrückt vor. Ich könnte mir ebenfalls vorstellen, dass viele Menschen dort traurig und nachdenklich sind, einschließlich mir selbst.
Ich erwarte mehr über das Sterben selbst zu erfahren und über die Verfassung von Leuten, die kurz vor dem Tod stehen. Es wäre wünschenswert zu erfahren, was die Menschen für unterschiedliche Vorstellungen zum "Leben" nach dem Tod haben.
Ich weiß, dass ein Fotograf in der Ausstellung Bilder von Menschen aus dem Hospiz zeigt und ich habe auch ein wenig Angst davor, die Bilder zu sehen. Trotzdem freue ich mich auf die Ausstellung, da ich es wichtig finde, dass das Thema Tod nicht tabuisiert wird und man sich damit befasst, da es zum Leben dazu gehört.
Während wir dann tatsächlich die Ausstellung besucht haben, war die Stimmung in der Kirche gar nicht negativ, so habe ich es zumindest nicht empfunden. Es hat mich überrascht, dass alle eher interessiert anstatt ängstlich und/oder traurig waren.
Ich persönlich fand es auch gut, dass der Pastor am Anfang noch etwas zur Ausstellung selbst gesagt hat, z.B. hätte ich nicht gedacht, dass die Ausstellung auch in Korea oder vielen weiteren Ländern stattfindet. Zudem hat es mich sehr interessiert, welche Gedanken die Schwerkranken hatten und ihre Botschaften haben sehr zum Nachdenken angeregt.
Es war auch Mut machend bzw. beruhigend, dass die meisten gar keine Angst vor dem Tod hatten und viele haben z.B. auch geäußert, dass sie glauben, nach ihrem Tod zu Gott zu gelangen.
Auch wenn ich die Vorstellung, dass all diese Menschen auf den Bildern bereits tot sind am Anfang erst erschreckend fand, bin ich mit einem guten Gefühl aus der Kirche gegangen, da man gemerkt hat, dass der Tod etwas ganz Normales und ggf. Befreiendes für sehr kranke Menschen sein kann.
Ich finde es gut, wenn das Thema angesprochen und nicht nur verschwiegen wird, da es die mögliche Angst davor nehmen kann. Insgesamt fand ich es sehr gut und sinnvoll, dass wir die Ausstellung "Right before I die" besucht haben und ich hätte gerne mehr Zeit gehabt, um alle Texte der Leute durchzulesen.

Emily Fricke