Ja, sind wir im Wald hier?

Schon seit über zehn Jahren wird in der Senne und dem Teutoburger Wald ein großangelegtes Naturschutzprojekt umgesetzt, das in seiner Grundidee bundesweit einzigartig ist: Natur- und Landschaftsschützer arbeiten Hand in Hand mit Forstbetrieben, um eine ca. 1.800 ha große Fläche sowohl ökologisch als auch ökonomisch wertvoll zu erhalten. Am vergangenen Donnerstag nahm sich der Differenzierungskurs Bio/Erdkunde der Jahrgangsstufe acht dieses Alleinstellungsmerkmal zum Anlass, um einen gemeinsamen Vormittag in der Wistinghauser Senne bei Oerlinghausen zu verbringen und erste Einblicke in das Projekt zu bekommen.

Der Wald legt das Lauschen nahe

Begrüßt wurden die Schüler vor Ort von Waldpädagoge Andreas Roefs vom Landesbetrieb „Wald und Holz NRW“, der die Schülerinnen und Schüler im Laufe des Vormittages auf spielerisch-entdeckende Weise und mit viel Humor an die besonderen Gegebenheiten des Projektareals heranführte. Neben einigen praktischen Versuchen stand dabei vor allem die Wahrnehmung des Waldes mit allen Sinnen im Vordergrund. So konnten die Schülerinnen und Schüler etwa auf einem Parcours ihren Blick für Fremdkörper im Ökosystem Wald schulen, während sie an einer anderen Station mit verhülltem Blick ihren Tast- und Hörsinn anstrengen oder im Team arbeiten mussten, um trotz des schwierigen Terrains ihre Gegner im sportlichen Wettkampf zu schlagen. Zusammen mit seinen Mitarbeitern, Frau Stock (Erlebnispädagogin) und Herrn Schwabedissen (Förster), stand Herr Roefs dem Kurs dabei jederzeit für Fragen rund um den Wald und das Naturschutzgroßprojekt zur Verfügung.

Rückkehr einer fast ausgestorbenen Rinderart

Besonderes Highlight waren natürlich die vielen Auerrinder, die sich immer wieder in sicherem Abstand zu der Schülergruppe dazugesellten oder zwischendurch lauthals ihrem Unmut über das rege Treiben in ihrem Fressgebiet Ausdruck machten. Selten hat man die Gelegenheit, wild lebende Tiere so hautnah zu erleben und gleichzeitig etwas über ihre Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht zu lernen.

Am Ende der Exkursion waren sich alle einig, dass hier der Grundstein für eine produktive, längerfristige Zusammenarbeit zwischen dem Gymnasium Lage und dem Naturschutzgroßprojekt Senne gelegt werden konnte. Die Schülerinnen und Schüler des Kurses freuen sich auf jeden Fall jetzt schon auf eine baldige Fortsetzung mit neuen thematischen Schwerpunkten.